Historische Börsendaten: Steigende Zinsen und Aktien sind kein Widerspruch
Steigende Leitzinsen und Aktienkurse schließen sich nicht aus – das belegen historische Börsendaten. Die gängige Angst vor Zinserhöhungen als Kurskiller ist oft unbegründet. Für Anleger bedeutet dies: Eine differenzierte Betrachtung von Konjunktur und Unternehmensgewinnen ist wichtiger als pauschale Reaktionen auf Zinsentscheide.
In diesen Tagen dominieren der Iran-Krieg und die anziehenden Leitzinsen die Börsenberichterstattung. Beide Faktoren gelten als klassische Belastungen für Aktienmärkte. Doch ein Blick auf historische Kursverläufe relativiert das Bild. In den vergangenen Jahrzehnten gab es mehrere Phasen, in denen die Zinsen stiegen und gleichzeitig die Aktienkurse neue Höchststände erreichten. Der Automatismus von Zinserhöhung gleich Kursverfall ist empirisch nicht haltbar.
Besonders deutlich wird dies im Vergleich mit den USA. Die Federal Reserve hob die Leitzinsen zwischen 2022 und 2023 in einem Tempo an, das viele Beobachter als gefährlich für den Aktienmarkt einstuften. Dennoch kletterte der S&P 500 auf Rekordniveau. Auch der deutsche Leitindex DAX zeigte sich widerstandsfähig: Nach anfänglichen Korrekturen folgte eine Erholung, die durch starke Unternehmensgewinne und eine robuste Exportwirtschaft gestützt wurde.
Die Erklärung liegt in der relativen Attraktivität von Aktien gegenüber Anleihen. Steigende Zinsen bedeuten nicht automatisch, dass Aktien unattraktiv werden. Wenn die Wirtschaft wächst und Unternehmen höhere Gewinne erzielen, können Aktienrenditen die gestiegenen Zinsen übertreffen. Märkte reagieren nicht mechanisch auf Zinsänderungen, sondern auf die Differenz zwischen Zins- und Ertragserwartungen. Solange die Unternehmenserträge schneller steigen als die Zinsen, bleiben Aktien eine lohnende Anlage.
Was zu beobachten ist: Anleger sollten die nächsten geldpolitischen Entscheidungen der EZB und der Fed sowie die Inflations- und Konjunkturdaten im Auge behalten. Entscheidend wird sein, ob die Zinserhöhungen die Wirtschaft abwürgen oder ob sie Ausdruck eines starken Wachstums sind. Historische Muster bieten keine Garantie, aber sie helfen, kurzfristige Panik zu vermeiden und Chancen zu erkennen.
Häufig gestellte Fragen
Sind steigende Zinsen immer schlecht für Aktienmärkte?
Nein, historische Daten belegen, dass Aktienkurse in vielen Phasen steigender Zinsen ebenfalls zulegten, wenn die Konjunktur stark war.
Wie reagierte der DAX auf die jüngsten EZB-Zinserhöhungen?
Der DAX zeigte sich robust: Nach kurzen Korrekturen erholte er sich, gestützt durch starke Unternehmensgewinne und Exporte.
Welche Indikatoren sollten Anleger jetzt beobachten?
Neben den Zinsentscheiden der Notenbanken sind vor allem Inflationsdaten und Unternehmensgewinne entscheidend für die weitere Entwicklung.
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